30. August 2026

Grußwort zum Tag der Vielfalt und Demokratie- 29.08.2026 -

Lie­be Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Ver­ei­ne, Kir­chen, Schu­len und Initiativen,
lie­be Mit­bür­ge­rin­nen und Mitbürger,

ich freue mich sehr, heu­te beim Tag der Viel­falt und Demo­kra­tie dabei zu sein.

Viel­falt begeg­net uns jeden Tag: in unse­ren Städ­ten und Gemein­den, in Ver­ei­nen, Schu­len, am Arbeits­platz und in unse­ren Nachbarschaften.

Men­schen unter­schied­li­cher Her­kunft, Reli­gi­on, Kul­tur und sexu­el­ler Ori­en­tie­rung leben hier zusam­men. Sie arbei­ten gemein­sam, trei­ben Sport, enga­gie­ren sich und über­neh­men Verantwortung.

So ist unse­re Gesell­schaft. Und das ist eine Stär­ke, für die wir uns wei­ter­hin enga­gie­ren sollten.

Aber Viel­falt funk­tio­niert nicht von allein.

Sie braucht gemein­sa­me Regeln und Wer­te: die Wür­de jedes Men­schen, die Frei­heit jedes Ein­zel­nen, die Gleich­heit vor dem Gesetz und unse­re frei­hei­t­­lich-demo­­kra­­ti­­sche Grundordnung.

Die­se Viel­falt bil­det das Fun­da­ment jeder Demokratie.

Demo­kra­tie bedeu­tet mehr als Wah­len. Demo­kra­tie bedeu­tet, mit­ein­an­der zu reden, ande­re Mei­nun­gen aus­zu­hal­ten, Argu­men­te aus­zu­tau­schen und Kom­pro­mis­se zu suchen.

Das fällt manch­mal schwer. Aber genau dar­in liegt auch die Stär­ke unse­rer Demokratie.

Dabei müs­sen Pro­ble­me wir offen anspre­chen. Wir müs­sen über Migra­ti­on spre­chen kön­nen. Über inne­re Sicher­heit. Über sozia­le Gerech­tig­keit. Über die Zukunft unse­rer Kommunen.

Gera­de die demo­kra­ti­schen Par­tei­en der Mit­te haben dabei eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung: Sie müs­sen zei­gen, dass Poli­tik han­deln und ent­schei­den kann.

Denn wenn Pro­ble­me nicht gelöst wer­den, ver­lie­ren die Men­schen das Ver­trau­en in die Demo­kra­tie. Dann wer­den die poli­ti­schen Rän­der stärker.

Aber eben­so wich­tig ist: Aus Pro­ble­men dür­fen nie­mals Feind­bil­der werden.

Wenn Men­schen wegen ihrer Her­kunft, ihrer Reli­gi­on oder ihrer Lebens­wei­se abge­wer­tet wer­den, wenn Ras­sis­mus oder Men­schen­feind­lich­keit auf­tre­ten, müs­sen wir ener­gisch wider­spre­chen, unab­hän­gig davon, aus wel­cher poli­ti­schen Rich­tung sol­che Posi­tio­nen kommen.

Denn Extre­mis­mus beginnt dort, wo die Wür­de des ande­ren nicht mehr respek­tiert wird.

Ich möch­te ger­ne abschlie­ßend hervorheben:

Unse­re Geschich­te erin­nert uns an eine beson­de­re Verantwortung.

Deutsch­land hat erlebt, wohin Men­schen­ver­ach­tung und natio­na­lis­ti­scher Grö­ßen­wahn füh­ren können.

Mil­lio­nen Men­schen wur­den ver­folgt und ermor­det. Die Demo­kra­tie wur­de zer­stört, Euro­pa in einen ver­hee­ren­den Krieg gestürzt.

Die­se Geschich­te ist kei­ne Ver­gan­gen­heit, die uns nichts mehr angeht.

Sie ist Mah­nung und Auf­trag zugleich.

Die Demo­kra­tie in Deutsch­land ist kein unver­än­der­ba­rer Natur­zu­stand, son­dern ein his­to­risch hart erkämpf­tes Gut, das aktu­ell zuneh­mend unter Druck gerät.

Demo­kra­tie erfor­dert daher den ent­schlos­se­nen Wider­stand gegen Extre­mis­mus jeg­li­cher Art, da sowohl rechts­extre­me, links­extre­me als auch reli­gi­ös moti­vier­te Strö­mun­gen unse­re Frei­heit bedrohen.

Nie wie­der“ und „Weh­ret den Anfän­gen“ sind des­halb kei­ne lee­ren Worte.

 Sie sind eine Ver­pflich­tung – für uns alle und für jede Generation.

Las­sen Sie uns des­halb nicht nur über Viel­falt sprechen.

Las­sen Sie uns Viel­falt leben.

Dan­ke all jenen, die sich jeden Tag für Viel­falt, Demo­kra­tie einsetzen.

Dan­ke an das Orga­ni­sa­ti­ons­team die­ser Veranstaltung.

Und, Dan­ke für Ihre Aufmerksamkeit.

Nor­bert Heidgen